Die Geschichte des Quarter Ponys
 
 
In den Sechziger Jahren kaufte Harry Wymore aus Iowa auf einem Pferdemarkt irgendwo im Nirgendwo zwei fuchsfarbene Wallache.
Und die beiden Burschen waren troz ihrer geringen Größe extrem leistungsbereit und wurden bald zu seinen erklärten Lieblingspferden
1964 beschloß der findige Pferdemann einen eigenen Zuchtverband zu gründen – für American Quarter Ponies.
Genaue Zucht- und Eintragungskriterien wurden festgelegt und 1964 das Stutbuch der American Quarter Pony Association  eröffnet.
Harry Wymore wollt esomit auch anderen Ponys und Kleinpferden ohne genaue Abstammung - aber mit entsprechenden Exterieur udn Interieurmerkmalen - eine "Anlaufstelle" bieten. Der Umstand, daß kurz darauf bei den Quarter Horses nur noch Pferde mit einem Mindeststockmaß von 145 cm zeitweilig Papiere bekamen, bescherten der neuen Rasse einen regen Zulauf - der auch nicht abbrach als die AQHA wieder ihre Papiere ohne EInhaltung einer Mindestgröße an ale "reingezogenen" Quarter Horses vergab!
Kurs darauf, in den Siebziger Jahre, entstand das Pendant zu den Paint Horses auch im Kleinformat in Form der American Paint Pony Registry.
Mittlerweile hat sich die Rasse des American Quarter Pony  fast über den ganzen Globus ausgebreitet. Neben den USA kann Canada noch als Hauptzuchtgebiet bezeichnet werden, ebenso Australien.
2005 wurde die International Quarter Pony Association mit Sitz in Tenessee, USA gegründet, momentan der größte der bestehenden Zuchtverbände.
2010 kam in England die Western Perfornance Pony Association dazu, welche sich nicht um die Zucht der Quarter und Paint Ponys kümmert, sondern um das Veranstalten von Turnieren für diese beiden Rassen.
 
In Europa und insbesondere in Deutschland steckt die Zucht noch in den Kinderschuhen, aber der Trend zeigt steil nach oben.
 

 

Zucht in Europa

 

 
In Jahr 2000 wurde das erste IQPA registrierte Quarter Pony in Deutschland bei Henry Jacob geboren. Schon damals berichtete das Quarter Horse Journal über die neue Rasse -  aber natürlich machte der ambitionierte Züchter sich mit seinem „Zuchtexperiment“ nicht nur Freunde. Und so kam es dass diese Rasse in Deutschland nicht recht Fuß fassen konnte, da man hierzulande leider lange der Ansicht war, Quarter Ponys seien nur ein „Abfallprodukt“ der reinen Quarter Horse Zucht und nichts anderes als planlose Mischlinge.
 
 
Hier ein Bild von "Creamy", der ersten Quarter Pony Stute Deutschlands, aus der Zucht von Henry Jacob:

 

 
 
Blues Starlight
 
 
Dennoch wagte 2002 ein Züchter aus Herbolzheim nahe Freiburg erneut solch eine Anpaarung.mit seinem erfolgreichen Quarter Horse Hengst "Hollywoods Lead Man" und Ponystute "Blue Eyed Hope"
Im Frühling 2003 wurde „Blues Starlight“ geboren. Und kurz nach seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Turnierwelt entbrannte die Diskussion über Sinn und Unsinn der Rasse erneut.
Und es war geradezu erschreckend welch feindseliger „Rassismus“ hier Züchter, Trainer und Besitzer entgegenschlug!
Ganze 10 Jahre lief Blues Starlight erfolgreich im internationalen Westernturniersport . Somit steht nun einer der erfolgreichsten Quarter Pony Hengste nicht in den USA, sondern in Europa. Fotografen und Fernsehteams drücken sich seither bei ihm die Klinke in die Hand.
Die Contra Stimmen verstummen langsam, da hier ein Vertreter dieser Rasse auch zeigt, dass er nicht nur leistungsbereit ist, sondern es mit seinen „großen“ Verwandten, den Quarter und Paint Horses, durchaus auf internationalem Parkett mithalten kann.
 
 

 

 

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 Bonnies Little Surprise
 Doch nicht nur Hengste haben sich auf dem internationalen Turnierparkett bewährt - mit "Bonnies Little Surprise" mischte auch ab 2005 ganz gehörig eine Stute die Reiningwelt auf!
2006 hatte "Bonnies Little Surprise" dann ihren großen internationalen Durchbruch auf der Americana in Augsburg. Sie schaffte es in der Youth Horsemanship auf den dritten Platz und wurde in der Youth Reining sogar Vize Europameister!
Sie wurde dann direkt auf der Americana an Familie Sternberg aus England verkauft. In den darauffolgenden Jahren mischte sie auch ordentlich in der englischen Reiningszene mit und schaffte es unter der Co Trainerin von Dough Allen sogar zu den NRHA Affilliate Championships bis nach Schweden! 2009 kehrte die erfolgreiche Stute dann wieder nach Deutschland zurück.
 
Jac Wonder Joe
 
2009 startete dann mit Quarter Pony Hengst "Jacs Wonder Joe" auch das erste Quarter Pony in Deutschland sehr erfolgreich in der Disziplin Trail. Der smarte junge Hengst schaffte es mit seinem Trainer Gabor Stepper - der auch Blues Starlight trainiert - bis zur German Open und dem Trail Cup der Messe Stuttgart!
 
 

 

 

 

Von 2010 an mischte auch Quarter Pony Hengst  Steady Nic Olena mit Trainer Hannes Bolz erfolgreich in der Reiningszene einige Jahre mit.
 
Was in den USA seit Jahrzehnten ganz normal ist – dass Quarter Pony und Quarter Horse problemlos nebeneinander her existieren – muß sich in Deutschland erst noch entwickeln.
 
Mittlerweile ist es aber so weit, dass die Nachkommen der Pionierponys dieser neuen Rasse auch das Erwachsenealter erreicht haben und nun die zweite Generation an Quarter Ponys sowohl für die Zucht als auch für die Turnierwelt bereits in den Startlöchern steht.
 
 
Ab 2018 sorgt beispielsweise Starlights Iron Man, ein Sohn von Blues Starlight ,als erster Quarter Pony Hengst in Luxemburg und Belgien für Nachwuchs und mischt in der Westernturnierwelt mit.
 
Mittlerweile sind die Quarter Ponies  in ganz Europa verbreitet und der ZSSE verzeichnet einen kontinuierlichen Zuwachs bei dieser Rasse.
 
 
 
 

 

 
Die Rasse hat also durchaus Potential in Europa in den nächsten Jahren Fuß zu fassen und eine echte Alternative zu den "großen" Westernpferderassen zu werden!